Wolfram Nitsch (Romanistik, Köln)

Leben in Maschinen. Autobiografie und Technik bei Claude Simon
03.06.2019

Ort: Bibliothek des Internationalen Kollegs Morphomata, Weyertal 59 (Rückgebäude, 3. Etage), 50937 Köln

Zeit: 18.00 Uhr

Kontakt: Karena Weduwen
(karena.weduwen[at]uni-koeln.de)

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Die Romane des französischen Nobelpreisträgers Claude Simon kreisen um einige einschneidende Momente seines von zwei Kriegen und Lagerhaft geprägten Lebens, die sie stets von neuem in autobiografische Zusammenhänge stellen. Dabei spielt Technik eine entscheidende Rolle, vor allem in Form von Transportmitteln und Kommunikations­medien, die dem Protagonisten immer wieder Einblick in seine soziale Stellung und seine individuelle Entwicklung gewähren, aber auch verschiedene Lebensphasen materiell ver­körpern. Dadurch sowie durch technische Metaphern für Wahrnehmung, Erinnerung und Schrift wird das Leben in Zäsuren als ein Leben mit und in Maschinen beschrieben, denen die Selbstwerdung des Autors allererst entspringt. Solche Zusammen­hänge zwischen Autobiografie und Technik im Œuvre Simons sollen im Licht aktueller Über­legungen zur kulturellen Rolle technischer Praktiken (Latour) und Objekte (Simon­don) erschlossen werden.

Respondenz: Hanjo Berressem (Köln)