Royce Mahawatte (Cultural Studies, London)

"Strategies of Emulation and Embodiment: Life Imagining and the Fashionable Novel 1825-1840"
07.01.2019

Ort: Bibliothek des Internationalen Kollegs Morphomata, Weyertal 59 (Rückgebäude, 3. Etage), 50937 Köln

Zeit: 18.00 Uhr

Kontakt: Karena Weduwen
(karena.weduwen[at]uni-koeln.de)

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Vortragssprache: Englisch

Strategien der Nachahmung und der Verkörperung: Lebensentwürfe in der 'Fashionable Novel' zwischen 1825 und 1840

Thema des Vortrags ist das Verhältnis zwischen sozialen Ambitionen und instabilen literar-biographischen Energien in der Regency-Epoche. Die äußere Erscheinung des britischen Gentlemans in post-napoleonischer Zeit wurde von den damals aufkommenden Modezeitschriften und populärer Genreliteratur geprägt. Ich werde mich besonders auf ‘life-imagining texts’ konzentrieren, die dadurch, dass sie im Leser entweder Bewunderung oder Missfallen hervorriefen, den Prozess einer kontinuierlichen Verbürgerlichung vorantrieben. Neben Modezeitschriften werden zwei Werke im Bereich der belletristischen Literatur untersucht. Nachdem erörtert wurde, wie biographische Selbstaussagen zu unserem Verständnis von Literatur und Medien jener Zeit beitragen, wende ich mich dem Buch Pelham (1828) von Edward Bulwer Lytton zu, einem Beispiel der Fashionable Fiction oder ‘Silver-Fork-Novel’. Innerhalb dieses Genres wurden das Streben nach sozialem Aufstiegund das Konsumverhalten häufig nur leicht kaschierter, realer Personen thematisiert. Das zweite Buch, Diary of a Late Physician (1837) von Samuel Warren, ist ein fiktiver medizinischer Bericht, in dessen Zentrum ebenfalls die modebewusste Welt steht. Mithilfe von gesellschaftstheoretischen und literaturwissenschaftlichen Methoden werde ich sowohl Formen der Nachahmung und der Selbstdarstellung im Übergang der Regency-Epoche zum Viktorianischen Zeitalter untersuchen als auch Konstruktionen von ‘whiteness’ am Beispiel der Darstellung von Kleidung und betroffener Körper. Es soll den Fragen nachgegangen werden, welche soziale Aufgabe der Populärliteratur zukam und auf welche Weise sie hyperreale Narrative entwarf, die direkte Auswirkung auf den Körper hatten. Ich werde ausgewählte Passagen aus diesen Werken einem kritischen close-reading unterziehen, um herauszufinden, welche Wechselbeziehungen sie zu einer breiteren Kultur unterhalten und wie in ihnen neue biographische Formationen entstehen, die bestimmte Vorstellungen von Identität und Status in einer Zeit des sozialen und ökonomischen Wandels stärken.

Respondenz: Julia Hoydis (Köln)