Ralf von den Hoff (Klassische Archäologie, Freiburg i. Br.)

"Handlungsporträt und Herrscherbild. Die Heroisierung der Tat in den Bildnissen Alexanders d. Gr."
14.01.2019

Ort: Bibliothek des Internationalen Kollegs Morphomata, Weyertal 59 (Rückgebäude, 3. Etage), 50937 Köln

Zeit: 18.00 Uhr

Kontakt: Karena Weduwen
(karena.weduwen[at]uni-koeln.de)

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Handlungsporträt und Herrscherbild. Die Heroisierung der Tat in den Bildnissen Alexanders d. Gr.

Der Vortrag behandelt eine spezifische antike Form der visuellen Repräsentation Alexanders des Großen (356-323 v. Chr.), der als Modellfall eines antiken Herrschers bis weit über die römische Kaiserzeit hinaus erinnert wurde, nicht ohne sein Image immer wieder neu zu modellieren. Es geht um die Handlungsporträts (action portraits) Alexanders, die ihn nicht statisch, sondern in Aktion, beim Vollzug bestimmter Handlungen oder Taten zeigten. Die Handlung kann auf eine weitere Figur bezogen sein, die bspw. im Kampf im Bild erscheint, oder sogar Bestandteil einer mehrfigurigen Handlungsgruppe oder -szene ist (sog. Narrationsporträtsnarrative action portraits). Es zeichnet solche Porträts aber grundsätzlich aus, dass sie historische Figuren im Vollzug einer Handlung darstellen und damit Qualitäten zu Leistungen konkretisieren – wo statische Bildnisse in erster Linie auf Qualitäten verwiesen. 

Der Vortrag, der das am Kolleg Morphomata verfolgte Forschungsvorhaben zur Diskussion stellen soll, wird einen Überblick über die Handlungsporträts Alexanders geben. Eine These ist es, dass durch die Auswahl der Bildthemen, durch Bildformeln und durch die Medien der Bildvermittlung in Handlungsporträts vor allem heldenhafte Taten kommuniziert wurden, die man Alexander ähnlich wie mythologischen Heroen zuschrieb. Sie hätten demnach wesentlichen Anteil an der Kommunikation der heroengleichen Außerordentlichkeit des Herrschers und komplementierten insofern die statischen Herrscherbildnisse. Es soll zudem untersucht werden, ob Alexanders Handlungsporträts als exemplarische Darstellungen zu verstehen sind, wie sie sich veränderten und in welcher konkreten Weise sie den Herrscher in Bezug zu seiner Geschichte und zu Heroen des Mythos setzten.

Respondenz: Peter Franz Mittag (Köln)