Nadine Boljkovac (Film-Philosophy, Falmouth)

"Beyond Herself: Auto-Perception and Portraiture in Cinema & the Moving Image"
17.12.2018

Ort: Bibliothek des Internationalen Kollegs Morphomata, Weyertal 59 (Rückgebäude, 3. Etage), 50937 Köln

Zeit: 18.00 Uhr

Kontakt: Karena Weduwen
(karena.weduwen[at]uni-koeln.de)

Plakat herunterladen
Flyer herunterladen

Vortragssprache: Englisch

Über sie selbst hinaus: Selbstperzeption und Porträt im Kino und im bewegten Bild

Sensorisch eingeschrieben in die drei Filme, die dieser Vortrag untersucht – Chantal Akermans 2015 No Home Movie, Michael Hanekes 2012 Amour und Philip Hoffmans 2001 What These Ashes Wanted – sind Erfahrungen von Verlassenheit und Heimat, Krankheit und Trauer. Und dennoch sind diese Filme durchzogen von eindringlichen, flüchtigen Blitzen und Bildern fortdauernden Lebens und Dauer, die in Momenten filmischer Selbstportraits und Selbstperzeption entstehen. Da diese Momente, die als zeitliche Brüche oder materialisierte Unterbrechungen funktionieren, unsichtbare Anspannungen und Dimensionen von Schmerz, Trauer und Verlust sichtbar machen, verkörpern diese Filme lebende, bleibende Portraits sowohl der Verstorbenen als auch der Lebenden (die verstorbene Filmemacherin/mutterlose Tochter, trauernder Partner, angeschlagener Witwer), die nicht nur reale Trennungen von sich Liebenden bezeugen, sondern auch den Prozess der Distanzierung von einem früheren Selbst. Die filmischen Risse zeigen Möglichkeiten der Differenz, indem sie alternative Vektoren und Zukünfte für die Frauen der Filme entwerfen. Wie der Vortrag detailliert zeigt, haben diese suggestiven, kurzen Blicke auf andere Welten innerhalb der Filme langanhaltende Nachwirkungen. Durch eine selbstperzeptive Leinwand materialisieren, fragmentieren und befreien diese Prozesse die schon gestorbenen und endlos sterbenden Frauen.

Respondenz: Wolfram Nitsch (Köln)