Michaela Pelican (Ethnologie, Köln)

"Recognition and Alterity in the Portraiture of Chinese-African Encounters in Guangzhou"
28.01.2019

Ort: Bibliothek des Internationalen Kollegs Morphomata, Weyertal 59 (Rückgebäude, 3. Etage), 50937 Köln

Zeit: 18.00 Uhr

Kontakt: Karena Weduwen
(karena.weduwen[at]uni-koeln.de)
 

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The talk will be held in German.

Vertrautheit und Alterität in der Porträtierung chinesisch-afrikanischer Begegnungen in Guangzhou

In den vergangenen fünfzehn Jahren hat die Volksrepublik China viele Besucher*innen und Migrant*innen aus verschiedenen Teilen der Welt angezogen. Insbesondere nach Guangzhou, einem historischen Knotenpunkt für Handel und globale Verbindungen, kommen Handelsleute und Migrant*innen aus vielen Teilen Afrikas. Die meisten sind Kurzaufenthalter*innen, die lokale Märkte und Fabriken aufsuchen, um Fertigwaren zu erwerben, die in großen Mengen nach Afrika verschifft werden. Die Berichterstattung in den nationalen Medien und Diskussionen in chinesischen Sozialforen haben unterschiedliche Meinungen der chinesischen Öffentlichkeit über die Präsenz von Afrikaner*innen in Guangzhou geprägt. Diese reichen von Kommentaren, die die wirtschaftlichen und sozialen Vorteile der Öffnung Chinas für die Welt hervorheben, bis hin zu Äußerungen mit nationalistischem Unterton, die einen destabilisierenden Einfluss von Ausländer*innen betonen. Die Präsenz von Afrikaner*innen in Guangzhou hat auch die Aufmerksamkeit von Forscher*innen, Filmemacher*innen und Fotograf*innen auf sich gezogen.

In diesem Vortrag werde ich die Porträtierung chinesisch-afrikanischer Begegnungen durch drei Fotografen aus unterschiedlichen regionalen und kulturellen Kontexten thematisieren: der chinesische freiberufliche Fotograf Li Dong, der in Südafrika lebende Künstler Michael MacGarry und der US-amerikanische Fotograf und Filmemacher Daniel Traub. Unabhängig voneinander und zeitlich leicht verschoben (2012–2015) porträtierten alle drei die Kopräsenz von afrikanischen und chinesischen Bewohner*innen im Stadtteil Xiaobei in Guangzhou. Aufbauend auf den wegweisenden Arbeiten des Ethnologen Johannes Fabian zur Konstruktion von Alterität und zu Theater und Malerei in Afrika beschäftigt sich der Vortrag mit folgenden Fragen: Wie manifestieren sich die biographischen, kulturellen und beruflichen Hintergründe der drei Fotografen in ihren Ästhetiken und narrativen Strategien? Auf welche Weise generieren ihre Porträts Wissen und Anerkennung von Migrant*innen als Individuen? Inwiefern tragen sie zu einer kritischen Hinterfragung und Rekonstruktion von migrantischer Alterität bei?

Respondenz: Helen Gilbert (Köln/London)