Florian Stilp (Klassische Archäologie, Paris)

Die französischen Antiquare im Angesicht des antiken Porträts. Annäherungen an eine Aneignung
17.06.2019

Ort: Bibliothek des Internationalen Kollegs Morphomata, Weyertal 59 (Rückgebäude, 3. Etage), 50937 Köln

Zeit: 18.00 Uhr

Kontakt: Karena Weduwen
(karena.weduwen[at]uni-koeln.de)

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Wollten sie sich dem antiken Porträt nähern, schlugen die französischen Antiquare vom 16. bis zum 19. Jahrhundert vor allem zwei Wege ein. Zum einen konnten sie die Form der im biografischen Text verwurzelten Porträtsammlung antiker bzw. antiker wie nachantiker Berühmtheiten wählen, die als einzelnes Opus, später auch in aufeinanderfolgenden Lieferungen publiziert wurde. Zum anderen konnten sie sich für eine eingehendere Auseinandersetzung mit der materiellen Hinterlassenschaft der Antike entscheiden: In diesem Fall wurden dann weit gefaßte Sammlungen antiker Münzen, Gemmen und Skulpturen einem breiteren Publikum bzw. enger umgrenzte Sammlungsbestände oder kuriose Einzelstücke einem beschränkteren Interessentenkreis vorgelegt. Ein Teil dieser Veröffentlichungen richtete sich ausdrücklich an Künstler, um diesen für die Wiedergabe antiker Persönlichkeiten Modelle an die Hand zu geben. Letztere sollten dann auch auf die Darstellungsoptionen des Zeitgenossenporträts einwirken. Im Rahmen des Vortrags werden, auf Frankreich fokussierend, ausgewählte Beispiele dieses vielschichtigen Aneignungsprozesses der antiken Porträtkultur vorgestellt, um hierauf aufbauend die Verwissenschaftlichung der Wahrnehmung antiker Bildnisse sowie den Wissenstransfer zwischen der Antiquarssphäre und den zeitgenössischen Bildhauern zu diskutieren.

Respondenz: Thoralf Schröder (Köln)