Porträt als Massenphänomen

16.–18.11.2016

Orte: Internationales Kolleg Morphomata, Universität zu Köln Weyertal 59 (Rückgebäude: dritter Stock) 50937 Köln 

Konzept: Dietrich Boschung (Morphomata) und François Queyrel (Ecole Pratique des Hautes Études, Paris)

Kontakt: Thierry Greub (tgreub(at)uni-koeln.de) 

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Porträt als Massenphänomen

 

Die meisten antiken Portäts sind Erzeugnisse einer seriellen Produktion, die schnell gattungsspezifische Konventionen ausbilden konnte. Das gilt insbesondere für die oft kleinformatigen Darstellungen des sepulkralen Bereichs, dem weitaus die meisten Bildnisse angehören. Gerade der überwältigende Erfolg des Porträts und seine häufige Verwendung reduzierten in solchen Fällen seine Ausdruckmöglichkeiten. Die überaus häufigen Darstellungen des Verstorbenen und seiner Angehörigen, die nach Inschrift und Kontext durchaus individuell gemeint waren, ließen sich nicht in dem Maße differenzieren, dass ein unverwechselbares Erscheinungsbild erreicht werden konnte.

Die Tagung lenkt den Blick auf diese wenig beobachteten Gruppen. Sie fragt nach ihren Leistungen und Besonderheiten, z.B. nach unterschiedlichen Laufzeiten und spezifischen Darstellungskonventionen. Dabei gilt ein besonderes Augenmerk konzeptionellen Zusammenhängen, Kontinuitäten und Brüchen. 

Audiomitschnitte

Ralf von den Hoff (Freiburg): Grabmal und Porträt. Attische Grabreliefs des 5. und 4. Jhs. v. Chr. als Bildnismedien

Morgan Belzic (Paris): Des divinités funéraires aux portraits funéraires de Cyrénaïque

Marie-Thérèse Le Dinahet (Lyon): Les représentations funéraires dans une société cosmopolite: le cas délien

Ludovic Laugier (Paris): Entre stéréotypes et individualisation, la notion relative du portrait appliquée au corpus des stèles...

Patric A. Kreuz (Amman/Bochum): Individuum und Bild in den Nekropolen des Bosporanischen Reichs...

Katharina Lorenz (Nottingham): Blick nach vorn: Gruppenporträts auf den stadtrömischen Kastengrabreliefs...

Hermann Pflug (Heidelberg): Porträtstelen in Oberitalien. Selbstdarstellung der Mittelschicht(en) im Grabmonument

Martin Kovacs (Freiburg): Medienwechsel – Die Absenz des rundplastischen Porträts in spätantiken Grabmonumenten

Thoralf Schröder (München): Masse statt Klasse? Überlegungen zu den Gestaltungsweisen der Porträts...

Tomas Lochman (Basel): Normierte Identität – Büstendarstellungen auf phrygischen Grabreliefs

Bilal Annan (Paris): Un paysage de visages. Les portraits funéraires au Proche-Orient romain: types, diffusion sociale et...

Signe Krag (Aarhus): Funerary Buildings and Portraiture in Roman Period Palmyra

Carmen Marcks (Berlin): Grabreliefs mit Porträt aus dem kaiserzeitlichen Hispanien

Hannelore Rose (Köln): Repräsentationswille im typisierten Narrativ – zentrale Aspekte nordgallischer...

Semra Mägele (Köln): Das römische Köln im Spiegel ihrer Porträtplastik