Politische Fragmentierung und kulturelle Kohärenz der Spätantike

07.–09.11.2012

Konzept: Dietrich Boschung, Christine Radtki
Kontakt: Dietrich Boschung (dietrich.boschung[at]uni-koeln.de)

Ort: Internationales Kolleg Morphomata, Universität zu Köln, Weyertal 59 (Rückgebäude: dritter Stock), 50937 Köln

Plakat herunterladen
Flyer herunterladen

Die jahrhundertelange politische Einheit des Imperium Romanum hatte ihren Ausdruck in einer großen kulturellen Kohärenz gefunden, führte doch die Ausrichtung auf Rom zu Vereinheitlichungen im juristischen, administrativen, wirtschaftlichen und militärischen Bereich. Daraus resultierten allgemein gültige Normen, die sich wiederum in Gemeinsamkeiten der materiellen Kultur und der Sprache äußerten. Besonders augenfällig war die Homogenität der bildenden Kunst. Mit der Teilung des Imperiums und der Bildung germanischer Reiche auf römischem Boden zerfiel seit den Jahrzehnten um 400 n.Chr. zwar die politische Einheit, die Vorstellung eines einheitlichen Imperiums und einer gemeinsamen Kultur dauerte jedoch an.
Die Tagung will den Zeitraum des 5. bis 6. Jh.n.Chr. in den Blick nehmen und mit Fallbeispielen aus allen Bereichen der Altertumswissenschaften sowohl die politisch bedingten Ausdifferenzierungen als auch die persistenten kulturellen Gemeinsamkeiten jenes Zeitraums untersuchen.

Audiomitschnitte

Shane Bjornlie (Claremont, CA) Regnum Nostrum Imitatio: Continuity, Adaptation and Departure in Ostrogothic Administration

Peter Sarris (Cambridge): The Formation of the Post-Roman Economy and the Cultural Legacy of Rome

Hanns Christof Brennecke (Erlangen): Die politische Rolle der Konfessionen im Ostreich

Thomas Fischer (Köln): Militär, Bewaffnung und Heeresstruktur am Ende der Antike

Marcel Danner (Köln): Hütten, Häuser und Paläste. Die Vielfältigkeit der Wohnformen in der Stadt des 5. und 6. Jahrhunderts

Deborah Deliyannis (Bloomington): Church-Building in Rhetoric and Reality in the 5th-7th Centuries

Sabine Schrenk (Bonn): Kontinuität und Umbruch am Beispiel der spätantik-frühmittelalterlichen Kleidung

Francois Baratte (Paris) Occident et Orient dans l´orfevrerie de l´antiquité tardive (IVe-VIIe s.): styles, techniques et ateliers

R.R.R. Smith (Oxford): The Last Statues of Aphrodisias

Ralph Mathisen (Urbana-Champaign): How the Barbarians Saved Classical Civilization

Lieve Van Hoof (Göttingen) Greek Rhetoric and the Later Roman Empire. The Bubble of the "Third Sophistic"

Emmanuel MAyer (Chicago) Ein neuer Reichsstil: Palastarchitektur in den Residenzstädten der Spätanitke

Filippo Carla (Mainz): Wirtschaftliche Fragmentierung? Die Spätantike Goldwährung und das Ende des römischen "monetary system" (5.-7. Jh.n.Chr.)

Christine Radtki (Köln): Rex Theodericus Pius Princeps Invictus Semper - Herrscherpanegyrik und Herrschaftsrepreäsentation in den germanischen Nachfolgereichen am Beispiel Theoderichs des Großen