Herrschaft durch Esoterik in der intellektuellen Kultur der Weimarer Republik

in Kooperation mit a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne
19.–20.02.2015

Ort: Morphomata, 3. OG 
Konzept: Emanuele Caminada, Sidonie Kellerer, Stefan Niklas 
Kontakt: Um Anmeldung wird gebeten bei:

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Traditionell versteht sich die Philosophie als Raum intellektueller Freiheit, in dem das Denken nach Wahrheit sucht. Wo sie sich esoterisch gibt, da gehe es um den Schutz der Wahrheit vor zudringlichen Herrschaftsansprüchen. Dass Philosophie jedoch auch esoterische Strategien verfolgen kann, um selbst Herrschaft auszuüben, ist hingegen – wenn überhaupt – nur selten beachtet worden. 

In der konfliktgeladenen Kultur der Weimarer Republik haben solche Etablierungsversuche esoterischer Herrschaft Konjunktur. Esoterisch ist diese Herrschaftsform insofern sie zwar der intellektuellen Reflexion verpflichtet bleibt, dabei jedoch Bezirke des Inneren und Eigentlichen beschwört, die zu „erkennen“ nur wenigen Eingeweihten vorbehalten bleibt. 

Um dieses Feld aufzuschließen, konzentriert sich die Tagung zum einen auf den George- Kreis als paradigmatischen Fall eines esoterischen Intellektuellenzirkels und Meisterkults und zum anderen auf die philosophische Lehre Martin Heideggers, die mit einer bahnbrechenden Sprache auftritt und auf die Gefolgschaft ihrer Anhänger als Auserwählte setzt. 

 

Audiomitschnitte

Sidonie Kellerer (Siegen) / Emanuele Caminada (Köln) / Stefan Niklas (Köln): Einleitung

Anthony Steinbock (Carbondale, IL): Mysticism, Evocation, and the Phenomenology of Evidence; Martin Zillinger (Köln): Respondenz

Christian Benne (Kopenhagen): "Wer liest, denn was ich schreibe?" Ist Nietzsche ein Esoteriker?

Jannis Wagner (Frankfurt a. O.) Die einsamen Wächter. Sinngebung und Elitismus bei Ernst Jünger

Robert Norton (Notre Dame, IN): "Wer je die flamme umschritt, Bleibe der flamme trabant!"

Martin Ruehl (Cambridge) Ernst Kantorowicz und die Idee eines "geheimen Deutschlands"

Richard Faye (Rouen) Die "Freunde des Wesentlichen" und die Frage des Menschen. Zu Heideggers Scheribstategien

Richard Faber (Berlin) Deutsch-provinzielle Gestik. Über Georges und anderer esoterisch stilisierte Exoterik

Mathias Hofter (München) Die Archäologie Ernst Buschors zwischen Moderne und neuer Mythologie

Sascha Freyberg (Berlin) "Zu nebelhaft, um auch nur falsch zu sein" : Mysterien und Radikalaufklärung bei Edgar Wind

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