Florian Stilp (Paris)

Zum Antikenverweis in den Bildnissen Napoleons I. und seiner Zeitgenossen
23.05.2016

Ort: Bibliothek des Internationalen Kollegs Morphomata, Weyertal 59 (Rückgebäude, 3. Etage), 50937 Köln

Zeit: 18.00 Uhr

Kontakt: Larissa Förster (larissa.foerster[at]uni-koeln.de)

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Der Vortrag stellt eine der Fallstudien aus meinem umfassenderen Projekt zum Antikenverweis in der französischen Porträtplastik der Neuzeit vor (siehe MLC vom 11.01.2016). Im Bereich des skulpturalen Herrscherbildes à l’antique übertrifft die napoleonische Zeit die vorausgehenden Jahrhunderte sowohl in der Häufigkeit der Belege als auch in deren ikonographischem Reichtum. Innerhalb des ephemeren napoleonischen Großreichs fallen hier jedoch deutliche regionale Unterschiede auf. Die im Rahmen des Vortrags behandelten Fälle werden sich in erster Linie auf das Territorium Frankreichs beschränken. Die Statuenbekrönung der Colonne Vendôme nimmt dabei eine herausragende Stellung ein, da deren Projektierungsphase, wie auch ihr nachnapoleonisches Schicksal, detailliert dokumentiert sind. Das dem Herrscherbild inhärente Spannungsfeld zwischen antikischer Kostümierung und zeitgenössischer Tracht war während des Premier Empire von besonderer Relevanz, was in der Ehrensäule der Place Vendôme auf eindrucksvolle Weise ihren Niederschlag gefunden hat. Anhand weiterer exemplarischer Kontexte soll versucht werden, die Hintergründe der ikonographischen Auswahl genauer zu beleuchten, um anschließend die Rezeption verschiedener Porträts eingehender zu betrachten. Hierbei wird nicht nur eine differenziertere Wahrnehmung der historischen und politischen Verortung verschiedener antiker Ikonographien greifbar, sondern auch deutlich werden, dass Napoleon I. selbst weniger sprunghaft in seiner Bewertung des Antikenverweises im Staatsporträt war als bislang angenommen.

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Florian Stilp (Paris): Zum Antikenverweis in den Bildnissen Napoleons I. und seiner Zeitgenossen

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