Das Meisterwerk als Autorität

Zur Wirkmacht kultureller Figurationen
04.11.2011

Konzept: Dietrich Boschung, Sebastian Dohe, Thierry Greub

Organisation & Kontakt: Sebastian Dohe ()

Veranstaltungsort: Internationales Kolleg Morphomata, Weyertal 59 (Rückgebäude), 3. Stock, 50937 Köln

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Wie entstehen „Meisterwerke“? Wie wird Kunstwerken besonderer Status zugesprochen, welche Funktionen erfüllen sie damit und wie können sie ihre Geltung wieder verlieren? 

Leitidee des Workshops ist es, diese Konstruktionsmechanismen über den Begriff der Autorität zu fassen. Autorität vereinigt das Konstruktive bzw. Dekonstruktive von Statuszuschreibung, das Prinzip sinnstiftender Ordnung über Wertebindung, Wiederholung und Auratisierung.

Überprüft und erprobt wird die These anhand einer Reihe von Beispielen aus unterschied-lichen Epochen und Gattungen wie Bildender Kunst, Literatur und Musik, die sich je mit der Statusbildung und -rezeption von Artefakten beschäftigen. Über den Autoritätsbegriff lassen sich so Aspekte wie z.B. Vorbildverarbeitung, Wiederholungen in einem Rezeptionsdiskurs oder Bindungen an unterschiedliche Gruppenidentitäten fassen. Auch der Vergleich mit anderen Kulturen und Rezeptionsformen in unterschiedlichen sozialen Schichten wird in den Blick genommen.

Audiomitschnitte

Sebastian Dohe (Köln): Raffael und visuelle Autorität - Zum Modell kultureller Autoritäten

Florian Neumann (München): Autoritätskonstruktion in der Renaissance-Literatur

Lucie-Patrizia Arndt (Bochum): "The Mistress of the Western World" - Antikenrezeption in der Konstruktion von Washington D.C.

Annemarie Zeiller (München): Picasso und die Mittelschicht - Autoritative Diffusion am Beispiel von Picassos "Guernica"

Gero Wycik (Regensburg): Das verhinderte Meisterwerk - Rezeptive Dekonstruktionsprozesse am Beispiel von Schumanns "Manfred"

Doris Croissant (Heidelberg): Das westliche Meisterwerk im Spiegel der japanischen Moderne