Biographik und Porträts im Werk Martin Mosebachs

30.11.–02.12.2016

Ort: Internationales Kolleg Morphomata, Universität zu Köln Weyertal 59 (Rückgebäude: dritter Stock) 50937 Köln

Kontakt: Annika Gerigk (annika.gerigk[at]uni-koeln.de) / Adrian Robanus (adrian.robanus[at]uni-koeln.de)

Foto: © Susanne Schleyer (Autorenarchiv.de) 

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Biographik und Porträts im Werk Martin Mosebachs

 

Martin Mosebach gehört seit langem zu den wichtigsten deutschen Schriftstellern, sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Heimito von Doderer-Preis (1999), dem Heinrich-von-Kleist-Preis (2002) oder dem Georg-Büchner-Preis (2007). Bekannt geworden ist er schon früh durch Romane wie Westend (1992), Eine lange Nacht (2000), Der Nebelfürst (2001), mit fiktionalen Porträts seiner Heimatstadt Frankfurt und ihrer Bewohner, oder durch sein Indien-Opus Das Beben (2005) sowie durch zahlreiche weitere Romane, Erzählungen, Essays oder Reisebeschreibungen.

Hochgerühmt wird in den deutschen Feuilletons immer wieder die von Martin Mosebach dezidiert als handwerklich bezeichnete Erzählkunst, vor allem seine Kunst des Porträtierens, sowohl realer wie fiktionaler Figuren, und seine Kunst in der Entwicklung fiktionaler Lebensgeschichten. An wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Martin Mosebachs Werk fehlt es weitgehend. Die Konferenz reagiert darauf, indem sie Fellows und Mitarbeiter des Kollegs, die mit Mosebachs Werk vertraut sind, mit zumeist jungen deutschen Wissenschaftlern zusammenführt, die über Mosebach in letzter Zeit promoviert oder Aufsätze geschrieben haben.

Martin Mosebach war 2012/2013 Fellow bei Morphomata, mit einem Projekt über Todesbildlichkeit in der Erzählliteratur, aus dem dann der Roman Das Blutbuchenfest entstand, der 2014 im Hanser-Verlag München erschien. Als Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung half er bei der Entwicklung und Konzipierung der Poetica, dem Festival für Weltliteratur, das Morphomata seit 2015 mit der Akademie durchführt. 


Die Lesung Martin Mosebachs aus Mogador und das Gespräch mit Günter Blamberger finden am 01.12.2016 um 20.00 Uhr in der Stadtbibliothek Köln statt. 

Weitere Informationen zur Lesung entnehmen Sie dem Flyer oder der Seite der Stadtbibiothek (Hier). Das dazugehörige Facebook-Event finden Sie hier


Tagungsprogramm

 

Mittwoch, 30. November 2016

18.00 Dirk von Petersdorff: „Das Kissenbuch. Gedichte und Zeichnungen“: Gehört Martin Mosebach zur „Neuen Frankfurter Schule“?

19.00 Michael Maar: Lesung – Martin Mosebach revisited

Donnerstag, 01. Dezember 2016

10.00 Prolegomena: Günter Blamberger

10.30 Kay Wolfinger: Ein Spätentwickler? Martin Mosebach und der junge Mann: Vom Bett bis Mogador

11.30 Pause

12.00 Michael Braun: Mosebachs böse Bürger

12.45 Pause

14.00 Georg Braungart: Knien, Stehen und Gehen. Martin Mosebach und das Ritual

14.45 Martina Wagner-Egelhaaf: Verstimmung. Mosebach für Anfängerinnen

15.30 Pause

16.00 Rüdiger Görner: Lesung – „Woher weiß man, was man weiß?“ Sechzehn Variationen über eine Frage von Martin Mosebach

20.00 Martin Mosebach: Lesung aus Mogador und Gespräch mit Günter Blamberger (Stadtbibliothek Köln)

Freitag, 2. Dezember 2016

ÄNDERUNG: Der Vortrag von Klaus Bergoldt um 10.00 Uhr muss leider entfallen. Stattdessen wurde der Vortrag von Matthias Schaffrick auf 10.00 Uhr vorverlegt.

10.00 Matthias Schaffrick: „Absolute, einsame, zeitlose Meisterschaft!“ Ein ikonologischer Streifzug durch Martin Mosebachs Werk

10.45 Michael Mönninger: Bildliches Wahrnehmen – Zur Beschreibungskunst Martin Mosebachs

11.30 Pause

12.00 Alexandra Pontzen: Poetik der Distinktion. Mosebach und die ‚feinen Unterschiede‘


Kurzbiographien der Referentinnen und Referenten:

Michael Braun, Jg. 1964, Studium Germanistik, Katholische Theologie, Politik- und Erziehungswissenschaft in Aachen, Bonn, Edinburgh und Pittsburgh.Promotion 1992, Habilitation 2000. Seit 1992 Leiter Referat Literatur bei der KAS. Seit 2005 auch apl. Professor an der Universität zu Köln. JüngstePublikationen: Nach 1914. Der Erste Weltkrieg und die europäische Kultur(Mithrsg.), Königshausen & Neumann, Würzburg 2016, Prometheus unchained. Aufsätze zum Film, Königshausen & Neumann, Würzburg 2016. Hrsg.der Werke von Stefan Andres (bisher 8 Bde.,Wallstein Verlag, Göttingen 2007 ff.). Aufsätze und Rezensionen (FAZ, NZZ, Kölner Stadt-Anzeiger, borro medien, literaturkritik.de u.a.) zur Literatur des 19.-21. Jhs.

Georg Braungart, Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Freiburg i. Br., Göttingen und Tübingen. Promotion 1986 in Tübingen, Habilitation ebendort 1993. 1994-2003 Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Regensburg, seit 2003 am Deutschen Seminar der Universität Tübingen. 2000 bis 2008 gewählter Fachgutachter bzw. Mitglied im Fachkollegium für Germanistik der Deutschen Forschungsgemeinschaft; Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Fritz Thyssen Stiftung. Mithrsg. des Jahrbuchs Literaturstraße – Chinesisch-deutsches Jahrbuch für Sprache, Literatur und Kultur(Königshausen & Neumann); Mithrsg. der Studien zur deutschen Literatur (Niemeyer/de Gruyter). 2010-2012 Opus-Magnum-Stipendium der Volkswagenstiftung (Monographie: Poetik der Natur. Eine Literaturgeschichte der Geologie, i. Vorb.); Hrsg. der Kritischen Ausgabe der Vorlesungen August Wilhelm Schlegels (DFG-Projekt 2011-2015). Seit 1.10.2011 (ehrenamtlicher) Leiter der bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk, Bonn.

Forschungsschwerpunkte: Ästhetik, Rhetorik, Körpergeschichte, Literaturgeschichte und Wissenschaftsgeschichte (insbesondere Literatur und Geologie), Barockliteratur, Klassische Moderne.

Rüdiger Görner, geb. 1957.Professor für Neuere deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft und Gründungsdirektor des Centre for Anglo-German Cultural Relations an der Queen Mary University of London (seit 2004). Deutscher Sprachpreis 2012 der Henning Kaufmann-Stiftung im Stifterverband deutscher Wissenschaft. 2016 Reimar Lüst-Preis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Zuletzt erschienene literarische Veröffentlichungen: Nausikaa oder die gefrorenen Wellen. Roman, Sonderzahl Verlag, Wien 2015; Levins Abschied. Erzählungen und Impressionen, Sonderzahl Verlag, Wien 2016 sowie die Übertragung der Poems 1912-13 von Thomas Hardy in der Edition Signathur, Dotzwil 2016.

Michael Mönninger (*1958 in Paderborn), Studium der Germanistik, Philosophie, Soziologie und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main. Magister-Abschluss 1985. Von 1986 bis 2007 Redakteur, Architekturkritiker und Auslandskorrespondent u.a. bei F.A.Z., SPIEGEL und DIE ZEIT. Promotion 1995 in Karlsruhe bei Heinrich Klotz und Hans Belting über Kunsttheorie im 19. Jahrhundert. 1995/96 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. 1999/2000 Lehrstuhlvertretung für Friedrich Achleitner an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Seit 2007 Professor für Geschichte und Theorie der Bau- und Raumkunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. 

Forschungsschwerpunkte: Städtebau im 19. Jahrhundert; Reurbanisierung der Nachkriegsmoderne, Raumtheorien.

Jüngste Veröffentlichungen: Camillo Sitte Gesamtausgabe. Bd. 1 – 6 (Hrsg.), Böhlau-Verlag, Wien-Köln-Weimar 2003-2014;Coop Himmelb(l)au, Complete Works (Hrsg.), Taschen-Verlag, Köln 2010; Von der Sozialutopie zum städtischen Haus. Texte und Interviews von Hans Stimmann, DOM-Publishers, Berlin 2011;Zwischen Traum und Trauma. Stadtplanung der Nachkriegsmoderne, DOM-Publishers, Berlin 2011.

Martin Mosebach (1951) ist deutscher Romancier, Erzähler und Essayist. 1983 erschien sein Erstlingsroman Das Bett (Hoffmann und Campe). Seither hat er neun weitere Romane, zahlreiche Erzählungen, Libretti, Filmdrehbücher, Theaterstücke, Hörspiele und Gedichte veröffentlicht. Mosebach publizierte auch eine große Anzahl von Essays und Artikeln in Zeitschriften und Zeitungen, beispielsweise in Sinn und Form, der FAZ und der Süddeutschen Zeitung. Frankfurt am Main steht im Zentrum vieler seiner Romane, etwa Westend (Hoffmann & Campe 1992), Eine lange Nacht (Aufbau 2000) und Der Mond und das Mädchen (Hanser 2007). Zudem haben die ausgedehnten Reisen Mosebachs ihre Spuren in seinen Texten hinterlassen; so spielt Die Türkin (Aufbau 1999) in Lykien und Das Beben (Hanser 2005) in Indien. Sein Werk erhielt vielfältige Auszeichnungen, darunter den Heimito von Doderer-Literaturpreis (1999), den Kleist-Preis (2002) und den Georg-Büchner-Preis (2007). Mosebach ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Berliner Akademie der Künste, der Bayerischen Akademie der Künste und war Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin sowie des Internationalen Kollegs Morphomata in Köln. Zuletzt erschien sein Roman Mogador (Rowohlt 2016) sowie die Erzählsammlung Das Leben ist kurz. Zwölf Bagatellen (Rowohlt 2016).

Michael Maar, geb. 1960, Germanist und freier Autor, lebt in Berlin. Letzte VeröffentlichungenDie Betrogenen. Roman, C.H. Beck Verlag, München 2012; Heute bedeckt und kühl. Große Tagebücher von Samuel Pepys bis Virginia Woolf, C.H. Beck Verlag, München 2013;Tamburinis Buckel. Meister von heute,C.H. Beck Verlag, München 2015. In letzterem auch ein Essay über Martin Mosebach.

Dirk von Petersdorff, Lyriker und Literaturwissenschaftler, Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Auszeichnungen: Kleist-Preis, Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin, Poetikdozentur an der Universität Tübingen, Writer in Residence an der Washington University in St. Louis. Zuletzt erschienen: Nimm den langen Weg nach Haus,Gedichte, C.H. Beck Verlag, München 2010;Sirenenpop. Gedichte. C.H. Beck Verlag, München 2014. Demnächst erscheint: In der Bar zum Krokodil. Lieder und Songs von der Romantik bis heute, Göttingen 2017.

Pontzen, Alexandra, Professorin für deutsche Literatur des 18.-21. Jahrhunderts und Medienkulturwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Leiterin der Redaktion „Gegenwartskulturen“ des Rezensionsplattform literaturkritik.de. Arbeitsschwerpunkte: Künstlerliteratur und Werkbegriff, Poetik des Unschicklichen, deutsch-jüdische und Gegenwartsliteratur, Genderfragen, literarische Emotionspsychologie, Intermedialität. Buchpublikationen u.a.: Künstler ohne Werk. Modelle negativer Produktionsästhetik von Wackenroder bis Heiner Müller, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2000; Das Gelobte Land. Erez Israel von der Antike bis zur Gegenwart in Quellen und Darstellungen (Mhrsg., Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2003); Schuld und Scham. Jahrbuch Literatur und Politik, Bd. 3. (Mithrsg.,), Winter, Heidelberg 2008; Alternde Avantgarden (Mithrsg.), Heidelberg, Winter 2011.

Matthias Schaffrick, seit 2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Germanistischen Seminar der Universität Siegen. Promotion (2012) mit der Arbeit In der Gesellschaft des Autors. Religiöse und politische Inszenierungen von Autorschaft, Winter, Heidelberg 2014 (mit einem Kapitel über Martin Mosebachs Autorschaft) im Exzellenzcluster Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Forschungsinteressen: Geschichte und Theorie der Autorschaft, Gegenwartsliteratur, Ästhetik der Liste und Populäre Kulturen.

Zuletzt erschienen: Listen als populäre Paradigmen. Zur Unterscheidung von Pop und Populärkultur. In: KulturPoetik 16 (2016), H. 1, S. 109–125; Theorien und Praktiken der Autorschaft (Hrsg. mit Marcus Willand), De Gruyter, Berlin/Boston 2014. 

Martina Wagner-Egelhaaf, Studium der deutschen Literatur und Geschichte an der Universität Tübingen; Promotion Tübingen 1987 Mystik der Moderne. Zur visionären Ästhetik der deutschen Literatur im 20. Jahrhundert, Metzler, Stuttgart 1989; Habilitation Konstanz 1994: Die Melancholie der Literatur. Diskursgeschichte und Textfiguration, Metzler, Stuttgart/Weimar 1997; 1995-1998 Professorinan der Universität Bochum; seit 1998 Professorinan der Universität Münster; Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Forschungsschwerpunkte: Neuere Deutsche Literatur vom 17. bis zum 21. Jahrhundert; zeitgenössische Literatur; Literatutheorie; Autobiographik; Rhetorik.

Zuletzt erschienen: Europa gibt es doch… Krisendiskurse im Blick der Literatur (Hrsg. mit Florian Kläger), Fink, München 2016; Prophetie und Autorschaft. Charisma, Heilsversprechen und Gefährdung (Hrsg. mit Christel Meier), Akademie-Verlag, Berlin 2014; Materie. Grundlagentexte zur Theoriegeschichte (Hg. mit Sigrid G. Köhler und Hania Siebenpfeiffer), Suhrkamp, Berlin 2013; Auto(r)fiktion: Literarische Verfahren der Selbstkonstruktion, Aisthesis, Bielefeld 2013; Autorschaft. Ikonen – Stile – Institutionen (Hrsg. mit Christel Meier), Akademie Verlag, Berlin 2011.

Kay Wolfinger, 2010-2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Oliver Jahraus (Ludwig-Maximilians-Universität München), 2014 Promotion mit einer Dissertation zu Robert Walser, 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Literaturarchiv Marbach, seit 2016 wissenschaftlicher Assistent von Prof. Dr. Stephan Kammer (Ludwig-Maximilians-Universität München), Publikationen zur Schreibgeneseforschung, zum Okkultismus und zur Literatur des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart.


Orte: Internationales Kolleg Morphomata, Universität zu Köln, Weyertal 59 (Rückgebäude: dritter Stock), 50937 Köln / Stadtbibliothek Köln, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln
Konzept: Kay Wolfinger und Günter Blamberger
Kontakt: Annika Gerigk (annika.gerigk[at]uni-koeln.de), Adrian Robanus (adrian.robanus[at]uni-koeln.de)
Foto: © Susanne Schleyer (Autorenarchiv.de)

Audiomitschnitte

Dirk von Petersdorff: „Das Kissenbuch. Gedichte und Zeichnungen“: Gehört Martin Mosebach zur „Neuen Frankfurter Schule“?

Michael Maar: Lesung – Martin Mosebach revisited

Kay Wolfinger: Ein Spätentwickler? Martin Mosebach und der junge Mann: Vom Bett bis Mogador

Michael Braun: Mosebachs böse Bürger

Martina Wagner-Egelhaaf: Verstimmung. Mosebach für Anfängerinnen

Rüdiger Görner: Lesung – „Woher weiß man, was man weiß?“ Sechzehn Variationen über eine Frage von Martin...

Matthias Schaffrick: „Absolute, einsame, zeitlose Meisterschaft!“ Ein ikonologischer Streifzug durch Martin Mosebachs Werk

Mönninger: Bildliches Wahrnehmen – Zur Beschreibungskunst Martin Mosebachs

Alexandra Pontzen: Poetik der Distinktion. Mosebach und die ‚feinen Unterschiede‘

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