Autorität in der „Krise“ nach 1945

In Kooperation mit Oliver Kohns (Université du Luxembourg) und Till van Rahden (Université de Montréal)
18.–19.06.2015

Ort: Internationales Kolleg Morphomata, Universität zu Köln, Weyertal 59 (Rückgebäude: dritter Stock), 50937 Köln

Kontakt: Martin Roussel (martin.roussel(at)uni-koeln.de)

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Nach 1945 tritt die Reflexion über Autorität an die Stelle einer Diskussion von »Autoritäten« wie etwa der des Herrschers. Fragwürdig erscheint daher die Konstruktion einer Tradition im Ausgang von einem vermeintlichen Schlüsselbegriff »auctoritas« in der römischen Republik. Seit der Französischen Revolution und der Herausbildung eines konservativen Lagers im bürgerlichen 19. Jahrhundert wird über Autorität im Sinne eines beklagenswerten Verlustes (an Vertrauen, Sicherheit, Orientierung usw.) gesprochen. Umso nahe liegender erscheint es zunächst, die Rede über Autorität nach 1945 auf eine allgemein diagnostische Krisensymptomatik zu beziehen.


Die Ausgangsthese der Tagung ist vor diesem Hintergrund, dass dem Streit über die Frage der Autorität in der Neubegründung demokratischen Denkens nach 1945 eine besondere Bedeutung zukommt. Die Rede von der Autorität ist als eine reaktionäre Melancholie nach einer verlorenen Hierarchie unzureichend verstanden. Vielmehr bildete sie eine »Orientierungskrisenreaktion« (Kertscher), die nach einer politischen und sozialen Ordnung und Legitimität in demokratischer Zeit fragt.

Die Tagung wird durchgeführt in Kooperation mit dem ATTRACT-Projekt »Ästhetische Figurationen des Politischen« an der Université du Luxembourg (Oliver Kohns) und dem Centre canadien d’études allemandes et européennes/Chaire de recherche du Canada en études allemandes et européennes der Université de Montréal (Till van Rahden).

 

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