Cristina Stancioiu (Kunstgeschichte, Williamsburg, VA)

"Fashion and Identity in the Eastern Mediterranean World: Case Studies in Painted and Ceramic Portraiture"
18.12.2017

Ort: Bibliothek des Internationalen Kollegs Morphomata, Weyertal 59 (Rückgebäude, 3. Etage), 50937 Köln

Zeit: 18.00 Uhr

Kontakt: Karena Weduwen
(karena.weduwen[at]uni-koeln.de)

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Mode und Identität im östlichen Mittelmeergebiet: Fallstudien über Porträts in Malerei und Keramik

Gegenstand des Vortrags ist eine Analyse der symbolischen und stofflichen Eigenheiten von Kleidern zwischen dem späten 13. und 15. Jahrhundert, dargestellt auf weltlichen Porträts, die sich auf östlichen Mittelmeerinseln verbreiteten, wo einheimische byzantinische Gemeinden in der Zeit der aufkommenden Kreuzzüge unter europäische Herrschaft gefallen waren. Eine beträchtliche Anzahl an visuellen und schriftlichen Zeugnissen deutet auf einen gemeinsamen Erfahrungsraum von katholischen Ansiedlern aus Europa und einheimischen orthodoxen Griechen hin, ein einzigartiger Prozess der kulturellen Interaktion und des Austauschs, der sich am deutlichsten an der Kleiderwahl auf Memorialporträts nachweisen lässt. Diese Porträts stellen mehr als nur Individuen dar: Sie können auf eine subversive, nicht-elitäre Identität verweisen oder Erinnerung in einen Gegenstand des Gedenkens überführen. Porträts wurden gezielt dazu eingesetzt, Identität zu konstruieren, auszudrücken und zu verhandeln, indem man die Darstellungsweisen männlicher und weiblicher Kleidungsstile und Accessoires veränderte, die sich sowohl in der Realität fanden als auch im kulturellen Gedächtnis einer weit zurückliegenden Vergangenheit.

Respondenz: Dr. Mabi Angar (Köln)