Leibhafte Kunst

Statuen und kulturelle Identität

Dietrich Boschung, Christiane Vorster (Hrsg.)

Wilhelm Fink Verlag (Paderborn), 1. Aufl. 2015, 392 Seiten, 129 s/w und 24 farb. Abb., Franz. Broschur

Dreidimensionale lebensgroße Figuren gehören zu den wirkmächtigen und auffälligsten Artikulationsformen der griechischen und römischen Antike. Wegen ihrer Anschaulichkeit sowie wegen ihrer dauernden und körperhaften Präsenz sind sie besonders einflussreiche Konkretisierungen von religiösen Auffassungen, Machtverhältnissen und Wissensordnungen. Spätere Epochen der europäischen Kulturgeschichte haben sich in immer neuen Rückbezügen daran orientiert.

Der vorliegende Band untersucht die Leistung der Statuen als eine Konkretisierungsform von politischen, sozialen und religiösen Vorstellungen. Den Ausgangspunkt bilden Phänomene der griechischen und römischen Antike, doch machen Beiträge aus der Kunstgeschichte, Ethnologie und Germanistik deutlich, dass das Thema weit über die Altertumswissenschaften hinaus interessant und wichtig ist. Gerade der Blick auf außereuropäische Ausdrucksformen macht deutlich, dass die Entwicklung der antiken Skulptur, die aus einer europäischen Perspektive konsequent und selbstverständlich erscheint, nur eine unter vielen möglichen Optionen darstellte.