Metaphern und Morphomata


Jan Söffner

Willhelm Fink Verlag (Paderborn), 1. Aufl. 2014, ca. 64 Seiten, Franz. Broschur

Der Band untersucht am Beispiel der Inspirationsmetapher das Zusammenspiel von körperlicher Praxis, Ästhetik und Bedeutung. Er führt dabei Konzeptionen des Metaphorischen vor dem Hintergrund einer Morphom-Theorie zusammen. Konzepte von Geist und Atem stellen in verschiedenen Kulturen eine Einheit dar. Dies gilt etwa für den biblischen Hauch Gottes, das griechische pneuma, den lateinischen spiritus, das prana des Sanskrit, das chinesische Ch’i, das Japanische Ki. So unterschiedlich die Konzeptionen sind, so sehr teilen sie zumindest die Rudimente einer Phänomenologie des Atmens. Ihre Diskursivierung lässt den Geist-Atem zudem jeweils als »absolute Metapher« im Sinne Hans Blumenbergs erscheinen. Er füllt eine Leerstelle im jeweiligen Wissenssystem und setzt eine ästhetische Gestalt an die Stelle rationaler Ergründbarkeit. Die Atemhaftigkeit des Geistes kann aus logischer Sicht nur ein Entwurf sein, die vorenthaltene Klarheit logisch schlüssig einzuholen.