Christian Klein

Germanistik, Wuppertal
Aufenthalt: 01.04.-31.09.2015

Vita

1993 bis 1999: Studium der Neueren deutschen Literatur, Soziologie und Linguistik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Freien Universität Berlin
2000 bis 2003: Mitglied des DFG-Graduiertenkollegs »Praxis und Theorie des künstlerischen Schaffensprozesses« an der Berliner Universität der Künste
2000 bis 2004: Promotion im Fach Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin
seit 2004: Wissenschaftlicher Angestellter bzw. Akademischer Rat an der Bergischen Universität Wuppertal
WS 2011/12: Habilitation, venia legendi für die Fächer Neuere deutsche Literaturgeschichte sowie Allgemeine Literaturwissenschaft
WS 2012/13: Professurvertretung (Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte) an der Bergischen Universität Wuppertal
Feb.-Apr. 2015: Gastdozentur an der Monash University, Melbourne, Australien

 

Forschungsschwerpunkte

Kultbücher, Biographieforschung, Narratologie, Comicforschung, Intersektionalitätstheorie

 

Projektskizze

Das Besondere erzählen – zur Grundlegung  der Analyse biographischer Narrative

 

Mit der Lektüre von Biographien (hier verstanden als textuelle Repräsentationen eines fremden Lebens) sind spezifische Erwartungshaltungen verbunden, zu denen sich jede biographische Repräsentation zu verhalten hat. Nur so kann der jeweilige Kommunikationsversuch, als der jede biographische Darstellung zu betrachten ist, gelingen. Von einer Biographie wird ganz allgemein erwartet, dass sie zuverlässige Informationen über das Leben einer anderen Person liefert, die im Rahmen einer sinnhaften und idealerweise gut oder sogar spannend zu lesenden Erzählung präsentiert werden. Das Leben einer Person wird zumeist deshalb Gegenstand einer Biographie, weil es als besonders gilt, weil der Lebensweg einzigartig ist oder die Person für herausragende Leistungen steht. Und die Biographie wird gelesen, weil sie etwas zu sagen hat über die Voraussetzungen und Begleiterscheinungen jener Besonderheit. Daneben und damit zusammenhängend werden Biographien häufig dann gelesen, wenn sie Antworten auf die Frage nach einem ›guten Leben‹ versprechen: wie es aussieht, welcher Weg dorthin führt oder welche Umwege man in Kauf nehmen muss; mit anderen Worten: weil das dargestellte Leben als vorbildhaft und exemplarisch rezipiert wird. Jene darstellerischen Verfahren, Erzähltechniken und Strategien, die einerseits zur Evokation dieser Erwartungsansprüche und andererseits zu ihrer Einlösung beitragen, sollen im Mittelpunkt des Projekts stehen. Es fragt ganz konkret danach, auf welche Art und Weise biographische Darstellungen Besonderheit modellieren, die als exemplarisch rezipiert werden kann und schließt damit eine Lücke in der Biographieforschung, wo die systematisierende Analyse biographischen Erzählens bislang weitgehend vernachlässigt wird. Ziel des Vorhabens ist es, einen Katalog der bedeutungskonstituierenden Bestandteile biographischer Texte aufzustellen sowie eine Systematik der biographischen Motive, darstellerischer Elemente und ihrer Funktionen zu erarbeiten und diese im Rahmen exemplarischer Beispielanalysen zur Anwendung zu bringen.

 

Publikationen (Auswahl)

Monographien

  • Kultbücher – theoretische Zugänge und exemplarische Analysen. Göttingen: Wallstein 2014.
  • Ernst Penzoldt – Harmonie aus Widersprüchen. Leben und Werk (1892-1955). Köln/Weimar: Böhlau 2006.
  • Schreiben im Schatten. Homoerotische Literatur im Nationalsozialismus. Mit einem Vorwort von Gert Mattenklott. Hamburg: msk-Verlag 2000.

 

Herausgeberschaften

  • Intersektionalität und Narratologie. Methoden – Konzepte – Analysen (hg. gem. mit Falko Schnicke). Trier: Wissenschaftlicher Verlag Trier 2014.
  • Biographie. Themenheft der Zeitschrift Non-Fiktion. Arsenal der anderen Gattungen. Hannover (Wehrhahn) 2013.
  • Handbuch Biographie. Methoden – Traditionen – Theorien. Stuttgart/Weimar: Verlag J.B. Metzler 2009.
  • Wirklichkeitserzählungen. Felder, Formen und Funktionen nicht-literarischen Erzählens (hg. gem. mit Matías Martínez). Stuttgart/Weimar: Verlag J.B. Metzler 2009.
  • Grundlagen der Biographik. Theorie und Praxis des biographischen Schreibens. Stuttgart/Weimar: Verlag J.B. Metzler 2002.